Der Tango Argentino gehört zu den Paartänzen, dennoch unterscheidet er sich grundlegend von den in Europa bekannten Gesellschaftstänzen wie Walzer und Rumba. Auch der bei uns bekannte Tango, auch europäischer Tango genannt, beruht zwar auf der Idee des Tango Argentino, hat jedoch mit diesem nicht viel gemeinsam.

Salonbild

Der Tango Argentino entwickelte sich Ende des 19. Jahrhunderts am Rio de la plata, in Argentinien und Uruguay. Zur damaligen Zeit kamen viele Immigranten, zumeist aus Europa, an den Rio de la plata. In Argentinien und Uruguay wartete jedoch nicht die erhoffte Arbeit und der Reichtum, sondern bittere Armut und die Unterkunft in Armenvierteln. In diesen Vierteln entwickelte sich der Tango Argentino als Tanz der Unterschicht. Neben den Ausdrucksweisen der lateinamerikanischen Bevölkerung wurde der Tanz auch von den Einwanderern beeinflusst.
Es entwickelten sich verschiedene Stile, zum einen die Unterscheidung zwischen dem Tango, der taktvollen, relativ schnellen Milonga und dem fließenden, walzerähnlichem Vals. Zum anderen entstanden verschiedene individuelle Tanzstile, die durch Beruf und Herkunft der Tänzer geprägt wurden. Als Beispiel sei hier der Stil der Gauchos genannt, der argentinischen Cowboys, die eher markant tanzten und dabei Fersenschritte bevorzugten.

In der Oberschicht wurde der Tango Argentino lange Zeit verachtet, er wurde mit Armut, Kriminalität und Prostitution in Verbindung gebracht. Auch heute liegt dieses Klischee teilweise noch vor. Bis heute ist der Tango Argentino ein gelebter Tanz, der sich ständig weiterentwickelt. Sowohl der Tanzstil, als auch die zugehörige Musik entwickelten sich stark weiter. Durch internationale Tanzvorstellungen hat der Tango Argentino auch in Europa Bekanntheit erreicht, in jeder größeren Stadt bestehen Tangosalons, Veranstaltungen, bei denen nur Tango Argentino in seinen verschiedenen Ausprägungen getanzt wird.